Testbericht: Sony Ericsson W760

Von Michell Bak, 26. Juli 2008. Übersetzung von xell.
Sony Ericssons neuestes Walkmanhandy ist sehr viel mehr als nur ein weiteres Modell in dieser Reihe. Es ist das erste Walkmanhandy, das eine Reihe von Eigenschaften vereint, z.B. GPS, HSDPA, den Walkmanplayer 3, die neuesten Bluetooth-Standards und die beeindruckende Benutzeroberfläche. Fügt man nun noch ein attraktives Slider-Design und eine nette Ansammlung an mitgeliefertem Zubehör hinzu, haben wir das Sony Ericsson W760. Es mag nicht perfekt sein, aber es ist auf einem guten Weg.

Produktfotos des Sony Ericsson W760

Vorteile

  • Quad-band GSM / EDGE / Tri-band UMTS / HSDPA
  • Bluetooth 2.0 + EDR
  • Interessantes Design
  • 1 GB Speicherkarte mitgeliefert
  • Eingebautes GPS-Modul für Navigation und Training
  • Schnelle, beeindruckende Benutzeroberfläche
  • Sehr viele vorinstallierte Anwendungen & Spiele
  • Großes, helles Display
  • Gute Audioqualität
  • Gute Sprachqualität bei Anrufen und Netzempfang
  • Mitgeliefertes Zubehör

Nachteile

  • Verarbeitung
  • Mittelmäßige Kamera ohne Autofokus
  • Durchschnittliche Lautsprecher
  • Kein WLAN
  • WayFinder ist nur drei Monate kostenlos
  • Könnte etwas billiger sein

Wenn es ein Handy im Angebot von Sony Ericsson gibt, das dem W760 am ähnlichsten ist, dann das W910 - ein weiteres dünnes Walkmanhandy mit großem Display, gleicher Benutzeroberfläche, HSDPA-Unterstützung, Bluetooth und vielem mehr. Das W910 ist dünner und leichter als das W760, allerdings sieht letzteres besser aus. Im Allgemeinen ist die Verarbeitung vergleichbar.

Um ehrlich zu sein bin ich unsicher, ob mein Testmodell eine besondere Version ist oder nicht, da es sich im Packungsinhalt von dem unterscheidet, was die Presseerklärung schreibt. Dennoch werde ich mich auf das beziehen, was ich bekommen habe. Die vergleichsweise große gelbe Schachtel enthält abgesehen vom Gerät selbst eine Reihe von Standardzubehör - ein Ladegerät, ein USB-Kabel für Datenübertragung und Synchronisation, eine CD mit Software, jeder Menge Lesematerial, falls dies interessiert. Zusätzlich zu diesen Dingen ist in meiner Box noch ein Stereoheadset (HPM-64), das MMC-70 (ein Kabel mit 3.5mm-Klinkenanschluss) sowie die MAS-100-Lautsprechertasche mit eingebauter Radioantenne. Die Beigabe der MAS-100 freut mich sehr, aber ich verstehe nicht, warum Sony Ericsson einem höherwertigen Walkmanhandy nicht ein besseres Headset als das HPM-64 mitgegeben hat.

“She’s got the look”

Entschuldigung für die aus den 80ern entliehene Überschrift, nichtsdestoweniger ist das genau das, was mir zum Aussehen des W760 durch den Kopf schoss. Das stylische, abgerundete Sliderhandy besitzt ein 2.2-Zoll-Display kann bis zu 262.144 Farben darstellen, bei einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln, auch bekannt als QVGA. Das Display ist recht beeindruckend und zählt zu den besten von Sony Ericsson: Gesättigte Farben, mehr als ausreichende Helligkeit und gute Ablesbarkeit im Sonnenlicht.

Die Tasten sind sehr nett bedienbar. Der Druckpunkt ist gut, die Tasten ausreichend groß. Ich hätte es dennoch lieber gesehen, wenn sie besser getrennt wären. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass besonders die obere Reihe schwieriger zu bedienen ist als die anderen. Der Slider ist schlicht dem Daumen im Weg. Die Softkeys hingegen sind besser als erwartet und meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass diese ebenfalls eine angemessene Größe haben. Wenn man sich die Bilder ansieht, wird man den Bereich um die Hörertasten bemerken: Hier sitzen die Stereolautsprecher.

Die offiziellen Maßangaben für das W760 sind 103 x 48 x 15 (18) Millimeter. Die Größe ist angenehm und es sollte in die meisten Taschen passen. Das W760 bringt 103 Gramm auf die Waage und ist somit etwas schwerer als das oben angesprochene W910. Das W760 liegt gut in der Hand und ist - mit Ausnahme des Akkudeckels - wirklich gut verarbeitet. Der Slidermechanismus ist allerdings keinesfalls so gut wie beim W910. Er ist zu fest und schwer zu bedienen.
Das W760 ist in drei Farbvarianten erhältlich: Fancy Red, Intense Black und Rocky Silver. Mein persönlicher Favorit ist das Fancy Red, aber die anderen beiden sehen definitiv auch nicht schlecht aus.

Wenn das Gerät geschlossen ist, sieht die Rückseite - mit Ausnahme des leuchtenden Walkman-Symbols - etwas langweilig aus, und der leichte Buckel an der Unterseite ändert das nicht grade. Wenn man es allerdings aufschiebt, bekommt das Handy Persönlichkeit. Die Kamera an der Rückseite zeigt sich zusammen mit einer extrem glänzenden Oberfläche (bei der Intense Black-Farbe). Das sieht fantastisch aus!

An der linken Seite befindet sich der FastPort-Anschluss für’s Aufladen, für Datenübertragung und zum Musikhören, desweiteren die Walkmantaste und an der unteren Partie die Aussparungen für Anhänger/Schlüsselbänder. An der rechten Seite stört nichts das Auge, die Lautstärketasten fügen sich gut ein.

Die Unterseite bietet dem Mikrofon Platz, während die Oberseite Zugang zur Speicherkarte bietet (Memorystick Micro/M2).

Der Akkudeckel lässt sich recht leicht entfernen und wieder platzieren. Als Akku wird der BST-38 (Li-Po) mit 930mAh eingesetzt.
Der Akku soll für 400 Stunden Standby, 9 Stunden Gesprächszeit in GSM-Netzen oder 4 Stunden in UMTS-Netzen reichen. Videotelefonie ist mit dem W760 nicht möglich. Offizielle Angaben mögen eine Sache sein, Erfahrungen unter echten Bedingungen sind offensichtlich eine ganz andere. Ich kann mich nicht erinnern, dass das W760 mehr als drei Tage in normalem Gebrauch war, bevor es aufgeladen werden musste - etwas schade.

Benutzeroberfläche

Der wichtigste Faktor, wenn es um die Entscheidung geht, ob eine Oberfläche gut ist oder nicht, ist die einfache und schnelle Bedienbarkeit. Die A2-Plattform in Sony Ericssons Mittelklasse-/Oberklassehandys wurde mit neueren Geräten wie dem C702, C902 und W760 signifikant verbessert.Die ersten frühen Versionen dieser Plattform wurden für ihre Instabilität und Langsamkeit gerügt. Ich kann allerdings ohne Zweifel sagen, dass die meisten Probleme nun der Vergangenheit angehören. Einen Bug hatte ich dennoch, bei dem das Menü plötzlich auf 75% seiner Größe zusammenschrumpfte. Es konnte durch erneutes Aufrufen des Hauptmenüs beseitigt werden. Trotzdem ein seltsamer Bug.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Geschwindigkeit, wenn man während im Hintergrund Musik läuft etwas anderes machen wollte, z.B. eine SMS schreiben. Dies habe ich mehrfach ausprobiert und keine bemerkenswerten Verlangsamung bemerkt.

Die Oberfläche ist graphisch beeindruckend und zeigt, was immer man möchte. Das W760 wird mit fünf vorinstallierten Themes ausgeliefert, und obwohl dort für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte, kann man tausende von kostenlosen Themes für sein Handy herunterladen oder sogar selbst erstellen.

Das Menülayout ist aus einer Liste von Optionen selbst wählbar. Die Symbole können traditionell geordnet werden, als Karusell, als Einzelsymbole oder wie es im aktuellen Theme festgelegt ist - das meint Flashmenüs.

Eines der primären Features von Sony Ericssons Handys ist das Aktivitätenmenü. Unglücklicherweise übersehen es die meisten Nutzer auch. Es ist im Prinzip ein Popup, in dem man neue Nachrichten, verpasste Anrufe oder Kalendereinträge sehen kann, Anwendungen und Spiele öffnen und eine ganze Reihe von Verknüpfungen anlegen kann.

Ich habe bereits in früheren Testberichten meine Meinung zum neuen Softkey-Layout geäußert, daher werde ich hier nicht weiter darauf eingehen. Es ist einfach zu bedienen und Umsteiger werden sich schnell daran gewöhnen. Nach einer gewissen Zeit fand ich es im täglichen Gebrauch besser und schneller.

Anwendungen und GPS

Das W760 muss das SE mit den meisten vorinstallierten Anwendungen sein! Es hat nicht weniger als sieben Anwendungen: AccuWeather (Wetterdaten), Converter (Umrechnen von Entfernungen, Volumen, Gewichten etc., jetzt sogar mit Trinkgeldumrechner), Music Mate 5 (Musik erstellen mit dem Bewegungssensor), Rock Bobblehead (ein Elvis-”Wackeldackel”, reagiert ebenfalls auf den Sensor), Standby World (zeigt drei einstellbare Uhrzeiten an, kann als Hintergrundbild eingestellt werden), WayFinder Navigator 7 (für das GPS) und World Clock 3D (Globusansicht für Zeitzonen).

Der Dateimanager ist absolut brillant. Er sortiert Dateien nach Art, somit gehen Kamerabilder in einen Ordner, normale Bilder in einen anderen, Musik, und so weiter. Der Dateimanager kann außerdem zwischen allen Quellen, Telefonspeicher und Speicherkarte wechseln. Das klappt wirklich gut. Man kann weiterhin die meisten Standardanwendungen wie Kopieren, Markieren mehrerer Dateien, Umbenennen, Verschieben, Erstellen neuer Ordner etc. durchführen. Natürlich kann man Dateien aus dem Dateimanager heraus verschicken und im Falle von Bildern und Videos auch bearbeiten.

Die Kalenderfunktion wird meinen und den Anforderungen der meisten Leute sicher gerecht. Sie wurde im Vergleich zu vorherigen Handys leicht verbessert. Wie man erwarten kann, ist es möglich detaillierte Informationen zu Einträgen zu hinterlassen, Notizen, Erinnerungen, außerdem in den Einträgen suchen. Was will man mehr?

Das W760 unterstützt weiterhin Synchronisation über SyncML oder Micosoft Exchange ActiveSync. Unglücklicherweise nutze ich so etwas nicht und kann daher nichts dazu sagen, aber es soll gut funktionieren.

Dabei ist zudem noch die Anwendung Code Memo, mit der man seine Passwörter hinter einem vierstelligen Code verstecken kann. Das mag nicht sonderlich sicher klingen, aber man darf nicht vergessen, dass es 10.000 Kombinationen gibt und ich bin, in Betracht der Tatsache, dass es ein Handy ist, recht sicher dass niemand versuchen würde, es mit einer derartig langen Reihe an Kombinationen zu “hacken”.

Die anderen Anwendungen, oder Funktionen, wenn man so will, beinhalten die Weckfunktion, Aufgaben, Notizen, einen Timer und eine Stoppuhr.

Das Medienmenü organisiert so ziemlich alle Medien auf dem Gerät, inklusive Fotos, Musik, Videos, Spielen und RSS-Feeds. Hier vorerst einige Screenshots, in den Abschnitten zu Kamera und Walkman werden wir genauer darauf eingehen.

Eine der interessantesten Funktionen des W760 ist das eingebaute GPS. Es arbeitet mit den ortsbezogenen Diensten zusammen, die über das Menü aufzurufen sind. Google Maps ist hier der erste Dienst. In dieser beeindruckenden Anwendung kann man so gut wie alles nachsehen, was man möchte. Es kann auch über Mobilfunkmasten die Position des Handys bestimmen, obwohl es dabei weit entfernt von der Genauigkeit des GPS entfernt ist. Wirklich los geht es erst mit WayFinder Navigator 7, das leider nicht offline arbeiten kann. Obwohl man sich Kartenmaterial auf www.mywayfinder.com herunterladen kann, um sie auf das W760 zu übertragen, muss man dennoch mit dem Internet verbunden sein, um das Programm zu nutzen. Ich habe es eine Zeit lang ausprobiert, und es scheint eine geeignete Anwendung für GPS-Navigation. Sie sieht gut aus und der Funktionsumfang wird den meisten genügen. Das Handy wird mit einer dreimonatigen Testlizenz ausgeliefert, und obwohl ich gern gesehen hätte, dass diese etwas länger andauert, sollte sie für die Kaufentscheidung ausreichen.

Das W760 wurde als Walkmanhandy angekündigt und auf den Markt gebracht, aber auch als Fitnesssgerät angepriesen. Warum? Nun, das GPS kann für andere Dinge außer Navigation verwendet werden: Training. Die Anwendung Tracker ist der neue beste Freund für aktive Leute. Es zeichnet die gelaufene Route auf, zeigt aktuelle Geschwindigkeit, Zeit und Distanz und informiert zudem über Fortschritte, wenn man auf Zeit oder Distanz basierte Trainings absolviert. Die Anwendung zeigt außerdem die bereits gelaufenen Routen an, wenn man sie erneut laufen möchte um seine Ergebnisse zu verbessern. Wo wir gerade dabei sind: Tracker kann die Ergebnisse eines jeden Tages und eine Übersicht aller Trainings anzeigen. Meiner Meinung nach ein für aktive Leute wirklich nettes Programm.

Hinsichtlich der GPS-Leistung bin ich mit dem W760 recht zufrieden. Die erste Verbindung brauchte ungefähr 2-3 Minuten, danach war es mit etwa sieben Satelliten verbunden, was ziemlich beeindruckend ist! Es ist genau genug und in alltäglichen Situationen definitiv von Nutzen.

Kamera

Machen wir uns nichts vor - das W760 ist auf keinen Fall ein Handy mit Schwerpunkt Kamera, soll es aber auch gar nicht sein. Trotzdem besitz es eine - teilweise - beeindruckende Kamera, wenn auch ohne Autofokus oder (Blitz)Licht. Das W760 schießt Bilder mit 3.2 Megapixeln Auflösung (2048 x 1536 Pixeln). Um die Kamera zu benutzen, muss man das Handy aufmachen, da sie an der Rückseite des Sliders sitzt. Während einige dies gut finden werden, da es die Linse schützt, werden andere wiederum sich darüber beschweren, dass dies eher unpraktisch ist.

Die Kameraoberfläche unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen SE-Slidern ohne Kamerataste an der Seite. Das bedeutet, dass nicht das Querformat für den Sucher mit entsprechender Oberfläche genutzt wird, welche schneller und leichter zu benutzen wäre, sondern die Porträtansicht, die langsamer ist und veraltet aussieht. Nachdem das gesagt ist, sei hinzugefügt, dass es nicht die schlechteste auf dem Markt ist und definitiv schneller als die meisten.

Die folgenden Einstellungen sind verfügbar, die meisten auch im Videomodus.

  • Alle anzeigen
  • Aufnahmemodus - Normal, Panorama, Rahmen, Bildfolge
  • Bildgröße - 3 MP, 2 MP, 1 MP, VGA (640 x 480)
  • Nachtmodus - Aus, Ein
  • Selbstauslöser - Aus, Ein
  • Weißabgleich - Automatisch, Tageslicht, Bewölkt, Neonlicht, Glühlampe
  • Effekte - Aus, Schwarzweiß, Negativ, Sepia
  • Bildqualität - Fein, Normal
  • Überprüfung - Ein, Aus
  • Position hinzu - Ein, Aus
  • Speicherziel - Speicherkarte, Telefonspeicher
  • Verschlusston - Ton 1, Ton 2, Ton 3, Ton 4, Aus
  • Einstellungen rücksetzen
  • Zähler rücksetzen

Tastaturkürzel sind für Aufnahmemodus, Nachtmodus und Selbstauslöser verfügbar. Digitalzoom bis 3.2x ist ausschließlich im VGA-Modus möglich, die Belichtung lässt sich ebenfalls nur digital in 0.3-Intervallen von -2.0 bis +2.0 verändern.

Genug geredet, gehen wir über zu einigen Beispielfotos.

Beginnen wir mit dem Detailreichtum, den das W760 einfangen kann. Nun, reich kann man es nicht wirklich nennen. In besten Lichtbedingungen erzielt man die meisten Details, aber sobald das Licht nur wenig schlechter wird endet es in verwischten Details und Rauschen.

Das W760 macht sich dennoch recht gut darin, geeignete Verschlusszeiten “auszuwählen”. Allerdings mag ich nicht, dass der ISO-Wert auf ISO 64 festgelegt ist. Natürlich ist das gut für Bilder mit wenig Rauschen, aber es macht die Fotos dunkler, wodurch man eine längere Verschlusszeit benötigt, was wiederum die Gefahr verwackelter Bilder mit sich trägt. Darüber muss man sich aber bei Innenaufnahmen keine Gedanken machen.

Die Farben sind ebenfalls wirklich gut. Rote Farbtöne, die aus irgendeinem Grund die meisten Kameras verfälschen, sind gelungen und gut gesättigt. Meiner Meinung nach hat das W760 manchmal Probleme mit Grüntönen, aber das kann auch nur an mir liegen.

Videos werden im MP4-Format (H.263 Codec) aufgezeichnet, in QVGA-Auflösung bei variabler Bitrate zwischen 400 und 550 Kbps (recht viel für diese Auflösung) und 15 Bildern pro Sekunde, was einfach viel zu wenig ist. Wenn du QuickTime installiert hast, kannst du dich von der Qualität hier selbst überzeugen. WEnn nicht, kannst du die Dateien herunterladen, in dem du auf die Links rechtsklickst und die Videos speicherst.

Video 1. Video 2.

Die Schnappschüsse und Videos können in der Medienanwendung betrachtet werden, indem man entweder vom Kamera-/Videomodus in den Abspielmodus wechselt oder die Anwendung direkt aus dem Menü aufruft. Hier können alle Inhalte durchsucht werden, an Familie und Freunde geschickt sowie mit Tags versehen werden sowie Fotos vergrößert, auf der Landkarte angezeigt (falls mit Geotag versehen), editiert, mit PhotoFix aufgewertet oder in einer Slideshow angezeigt werden.

“Oh, es ist kein Musikhandy?”

Das W760 besitzt die neueste Version des Walkmanplayer für Nichtsmartphones, Version 3. Diese fügt Unterstützung für Beschleunigungssensoren über drei Achsen hinzu, einige andere Funktionen und runderneuerte Equalizer-Einstellungen, obwohl diese (noch?) nicht für das W760 verfügbar sind.

Das W760 unterstützt eine Reihe von Audiocodecs, inklusive MP3, AAC, AAC+, eAAC+, RealAudio 8, und verschiedenen WMA-Versionen. Im Prinzip werden die abspielbaren Formate den meisten Leuten genügen, allerdings werden manche Codecs wie OGG nicht unterstützt.

Der Walkmanplayer sieht ziemlich schick aus und ist schnell und leicht zu bedienen. Man kann diverse Dinge einstellen, so z.B. den Equalizer, Soundeinstellungen, Wiedergabeoptionen und Visualisierungen (Albumcover, Animationen oder gar keine).

Wenn Musik abgespielt wird, leuchtet das Walkmansymbol an der Rückseite des Handys zum Takt. Wenn eines der Flashthemes aktiviert ist, zeigt dies auf dem Standby-Bildschirm Titelinformationen an, wenn ein Lied wiedergegeben wird. Beides scheint mehr Spielerei, ist aber nichtsdestoweniger cool.

Wo wir bei Spielereien sind - einige der neuesten Sony Ericsson Walkmanhandys haben die sogenannte Shake Control-Funktion. Damit lässt sich so manches anstellen, wenn die Walkmantaste während der Wiedergabe gedrückt wird: Um ein Lied vor- oder zurückzugehen, muss man es nur nach rechts oder links kippen. Um zufällige Titel wiederzugeben, muss man es nur wie ein Verrückter schütteln. Und eine weitere Kontrollfunktion gibt es noch - für die Lautstärke. Walkmantaste drücken und nach oben kippen, und die Lautstärke wird erhöht. Nach unten kippen, und es wird leiser. Das ist ebenfalls ziemlich cool.

Als Musikplayer kann das W760 99% aller normalen Player auf dem Markt ersetzen. Die Audioqualität ist gut, obwohl die mitgelieferten Kopfhörer diese Qualität einschränken. Wenn man also ein W760 kauft, sollte man auf jeden Fall noch ein betteres Headset dazu holen.

Wie bereits oben erwähnt, kam mein W760 mit Musikzubehör - dem Headset, dem Musikkabel und dem Lautsprecher. Ich habe das Kabel nicht sehr oft benutzt, dafür den sogenannten Active Speaker um so mehr. Zu meiner Überraschung ist er lauter als die MPS-60/MPS-70 und die Audioqualität ist ebenfalls einen Tick besser. Der Lautsprecher hat auch eine Antenne eingebaut, sodass die Radiofunktion genutzt werden kann, wenn das Gerät verbunden ist.

Wo wir gerade vom FM-Radio reden, können wir gleich einen genaueren Blick drauf werfen. Das Radio kann sowohl mit dem Headset als auch jedem anderen Zubehör verwendet werden, dass als Antenne dienen kann. Das W760 kann bis zu 20 Sender automatisch speichern. Die Frequenzen werden mit der Information gespeichert, die gerade über das RDS gesendet wird. Das kann der Name des Senders sein, der Titel, der gerade läuft, oder andere Infos, wenn der Sender das unterstützt. RDS springt automatisch auf eine Frequenz mit besserem Empfang, falls verfügbar.

Sony Ericssons besondere TrackID-Funktion ist ebenfalls über das Radio abrufbar. Hierbei wird ein kurzer Ausschnitt des Liedes aufgezeichnet und an einen Server gesendet. Nach sehr kurzer Zeit wird die Titelinformation im Browser angezeigt, wenn der Titel in der riesigen Gracenote-Datenbank war. Das ist ein wirklich nützlicher kostenloser Service (es fallen aber Kosten für die Datenübertragung an, je nach Tarif).

Oh! Du wunderst dich vielleicht, was die Überschrift dieses Teils bedeuten soll. Nunja, es ist so, dass das W760 nicht als Musikhandy beworben werden soll, sondern als Fitnesshandy mit Musikfunktionen. Dennoch packt Sony Ericsson nicht weniger als drei Accessoires in die Box. Merkwürdig…

Ein Haufen Spiele!

Das W760 kommt mit nicht weniger als sechs Spielen für all deine Bedürfnisse.

Asteroids ist ein Klassiker. Es geht darum, Asteroiden und UFOs mit seinem Raumschiff zu zerstören. Diverse Modi sind verfügbar - Classic, Theme und Powerup. Classic werden all die wählen, bei denen nostalgische Gefühle geweckt werden. Die anderen beiden können auch auf “moderne” Weise gespielt werden.

Extreme Air Snowboarding ist SE-Fans gut bekannt, da es auf zahlreichen Handys vorinstalliert ist. Ein nettes Snowboard-Spiel in 3D, und ohne Zweifel das beste für Nicht-Smartphones. Es macht Spaß zu spielen, viele Herausforderungen, es kann dennoch durchgespielt werden, und natürlich nette Grafik.

Guitar Rock Tour ist Guitar Hero sehr ähnlich. Eine Rockband spielt im Hintergrund und man muss verschiedene Tasten drücken, um die Töne im Beat zu treffen. Das macht tatsächlich Spaß und geht besser auf dem Handy als ich dachte.

Need for Speed Pro Street ist ein wirklich nettes 3D-Rennspiel, das zur Steuerung den eingebauten Beschleunigungssensor nutzt. Das bedeutet, dass man sein Auto durch Hinundherbewegen des Handys steuern kann. Nach links kippen - man fährt nach links, nach unten kippen - man beschleunigt usw. Natürlich kann man es auch über das Navipad steuern. Dargestellt werden kann es im Porträt- und im Querformat, letzteres eignet sich generell besser für Rennspiele.

RollerCoaster Rush 3D ist ein weiteres 3D-Spiel, und es ist sehr unterhaltsam. Im Spiel muss man auf einer Reihe von Achterbahnen den Fahrgästen eine möglichst spaßige Fahrt bieten, ohne jemanden zu verletzen oder die Wagen aus der Bahn zu werfen. Das mag einfach klingen - ist es aber auf einer Vielzahl der Strecken nicht wirklich.

Super Breakout ist das letzte Spiel des W760. Es ist ein recht einfaches Spiel, in dem Blöcke mit einem Ball getroffen werden müssen. Es gibt 5 sogenannte Phasen, jede mit zehn Leveln (plus Geheimlevel). Viele werden dieses Spiel unterhaltsam finden, es ist etwas nostalgisch und bricht mit dem Trend zu komplizierten 3D-Spielen.

Selbstdrehender Webbrowser

Das W760 ist ein Quadband-GSM-Handy mit Unterstützung für EDGE, Triband-UMTS und HSDPA-Netzwerke. Zusätzlich bietet es Bluetooth 2.0 mit EDR für erhöhte Datenraten. Bluetooth hat etwa 140 Kilobyte pro Sekunde, was sehr hoch ist. Es unterstützt ebenso das A2DP-Profil für kabellose Audio-Übertragung. Desweiteren lässt sich das Handy auch per USB an einen Rechner anschließen. Datenübertragungen sind recht schnell, wenn man diesen Modus gewählt hat, aber nicht so schnell wie beim W960. Das W760 hat kein Infrarot.

Der Standardbrowaser ist Access NetFront 3.4. Das ist ein guter Browser für Nicht-Smartphones, dennoch ist der mächtige Opera Mini besser. Der Netfront 3.4 bietet einen “Mauszeiger”, mit dem es einfacher wird, durch’s Web zu surfen. Um eine Übersicht einer Seite zu bekommen, bietet es einen Vollbild-Zoom, der sehr nützlich ist.

NetFront 3.4 unterstützt CSS, HTML, xHTML und kleine Javascripts. Es kann keinerlei Flash-Inhalte anzeigen. Der Browser dreht sich automatisch mit, wenn man das Handy ins Querformat bewegt.

Der Browser hat außerdem eine Google-Suche und eine Verknüpfung zu Sony Ericssons Musikservice m-buzz auf der Startseite. Man kann dort ebenso seine RSS-Feeds, den Verlauf (Protokoll) und die Lesezeichen verwalten.

Wenn eine Website RSS-Feeds unterstützt, wird man in Form eines kleinen RSS-Symbols oben im Browser darauf aufmerksam gemacht. Man kann diesen dann hinzufügen, wenn man möchte. Falls man nicht jedes Mal das RSS-Menü aufrufen möchte, um auf Aktualisierungen zu prüfen, kann man die Feeds auch direkt im Standby anzeigen lassen. Das funktioniert großartig!

Das W760 unterstützt die meisten Emaildienste, inklusive Gmail, Hotmail und Yahoo! Mail, obwohl man jedes manuell einstellen muss (entweder IMAP4 oder POP3).

Fortgeschrittene Kontaktverwaltung

Das W760 bietet Platz für 1000 Kontakte mit 7000 Nummern. Das sollte für die meisten reichen. Folgende Details können hinterlegt werden:

  • Name
  • Nummer (Mobil, Mobil (privat), Mobil (geschäftlich), Privat, Geschäftlich, Fax und Andere)
  • E-mail (bis zu 3 E-mailadressen)
  • Website
  • Bild
  • individueller Klingelton
  • Sprachbefehl
  • Arbeitsinformationen (Titel, Firma, Straße, Stadt, Staat, Postleitzahl und Land)
  • Persönliche Informationen (Straße, Stadt, Staat, Postleitzahl und Land)
  • Info (Notizen)
  • Geburtstag (kann zum Kalender hinzugefügt werden)

Ich bezweifle, dass die meisten Leute mehr bräuchten.

Man kann außerdem ein Backup der Kontakte erstellen, alle auf einmal senden, eine Visitenkarte gestalten, die eigenen Kontaktdetails verwalten, Kurzwahl festlegen und spezielle Kontaktgruppen erstellen.

Überlegene Nachrichtenfunktionen

W760 unterstützt sowohl MMS ala auch SMS. Die Nachrichtenanwendung kann außerdem mit Sprachnachrichten umgehen, das habe ich aber nicht getestet.

Das Verfassen einer Nachricht ist schlichtweg genial, und das T9-Wörterbuch - wie auch der Gebrauch dessen - ist meilenweit vor der Konkurrenz! Da das W760 EMS unterstützt, kann man Smilies, Animationen, Soundeffekte und kleine Schwarzweißbilder hinzufügen. Eine große Zahl an Symbolen kann eingefügt werden, man kann Kopieren und Einfügen nutzen, die Schreiboptionen ändern (z.B. Schreibsprache, Wörterbuch, Wortvorhersage und -vorschläge. Falls das getippte Wort nicht im Wörterbuch enthalten ist, kann man es natürlich hinzufügen, um es später ohne Probleme eingeben zu können.

Das W760 bietet ebenfalls ein Instant-Messaging-Programm, das habe ich selbst aber nie wirklich ausprobiert. Ich kann mich aber erinnern, dass es vor ein paar Jahren sehr populär war, und offensichtlich kann es zu verschiedenen IM-Diensten verbinden.

Keine Videotelefonie

Anrufe können entweder getätigt werden, indem man einen Kontakt aus dem exzellenten Telefonbuch wählt, oder eine Nummer im Standby eingibt. Wird letzteres getan, ist das W760 nicht einfach nur ein Telefon, es durchsucht automatisch die Kontakte nach nützlichen Informationen, basierend auf den gedrückten Tasten. Sagen wir, ich will jemanden namens Michael anrufen, dessen Nummer in meinem Telefonbuch ist. Wenn ich folgende Tasten drücke, wird das W760 automatisch die Kontakte filtern: 6 (für ‘M’), 4 (für ‘i’), 2 (für ‘c’) und 4 (für ‘h’). Also habe ich im Prinzip einen Teil einer Telefonnummer eingegeben, aber das Handy hat außerdem eine Suche nach Kontakten durchgeführt, auf die meine Eingabe zutreffen könnte. Das ist extrem clever und funktioniert traumhaft. Bei vielen gespeicherten Kontakten kann es allerdings etwas langsam reagieren.

Obwohl das W760 UMTS (3G) und HSDPA (3.5G) unterstützt, kann es nur normale 2G-Anrufe tätigen, da es keine Videotelefonie-Kamera besitzt. Dennoch hätte Sony Ericsson die Funktionalität hinzufügen können, denke ich - einfach damit es da ist.
Normale Anrufe sind kein Problem. Die Lautstärke im Ohrhörer ist ausreichend und die Klangqualität war definitiv gut. Das hängt jedoch - natürlich - vom Netzwerk ab und kann von Provider zu Provider abweichen.
Der Empfang ist im Allgemeinen gut, ich hatte immer Netzabdeckung.

Die Anruflisten können bis zu 30 Anrufe enthalten. Meiner Meinung nach könnten die Listen leicht erweitert werden. Es wäre schön, die Anruflänge nachzuschlagen, oder zumindest wann der Anruf endete.
Die Anrufe werden nach vier Kategorien geordnet: Alle Anrufe, Angenommene, Gewählte, Verpasste.

Fazit

Es ist schwer, das W760 nicht zu mögen. Natürlich hat es seine Nachteile, doch die gleicht es mit seinen vielen, vielen Vorteilen aus. Der größte Nachteil ist wohl das fehlende WLAN, um kabellos auf das Internet zuzugreifen.

Wenn es um den Preis geht, weiß ich nicht recht, was ich vom W760 halten soll. In Dänemark kostet es etwa 310€ ohne Vertrag, wenn man die rote oder silberne Variante möchte. Dieser Preis geht um nette 40€ runter, wenn man das schwarze wählt. Wie bereits erwähnt bin ich nicht sicher, ob ich den gleichen Packungsinhalt wie jeder andere auch bekommen habe. Wenn ja, ist das ein sehr guter Preis. Wenn nicht, denke ich, hätte es auch etwas billiger sein können, wobei man immer noch ein gutes Gerät zu einem erschwinglichen Preis bekommt.

Anmerkung des Übersetzers:
Das W760 ist je nach Farbe in Deutschland momentan zwischen 240 und 280€ zu haben. Das MAS-100 und MMC-70 gehören nach meinen Informationen hier nicht zum Lieferumfang.

Die Akkuleistung könnte besser sein. Sie ist nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht sonderlich gut. Das W760 hält im täglichen Gebrauch ungefähr drei Tage durch. Wenn man das mit dem W890 vergleicht, einem bedeutend dünneren Handy als dem W760, wird man schnell sehen, dass das W890 mindestens einen Tag länger im Betrieb bleibt, ob wohl es dünner ist.

Das Sony Ericsson W760 hat bei mir einen guten Eindruck hinterlassen. Es ist definitiv ein empfehlenswertes Handy, und obwohl es zu Anfang — möglicherweise — etwas zu teuer war, zweifle ich nicht an einem Erfolg sowohl bei Erwachsenen als auch Jugendlichen.

[Testbericht basierend auf der Firmwareversion R3BA035]

Testbericht Sony Ericsson W760
Design 8
Akku 7
Kamera 6.5
Musik 8.5
Anrufe 7
Wert 7.5
- 2D game -
- 3D game -
- Fillrate -
- Polygon -
- PNG score -
- JVM score -
- Total -
Sehr gut

3 Antworten to “Testbericht: Sony Ericsson W760”

Kommentare

  1. tob!s sagt:

    Sehr schöner und ausführlicher Testbericht! :) Und auch sehr schön übersetzt. Danek euch dafür! Tobi

    21:43 on 7/26/08
  2. xell sagt:

    Wir haben unser Bewertungssystem noch einmal aktualisiert und gehen nun viel genauer auf die Unterpunkte ein. Nicht verpassen - und klickt auch ruhig auf die Bewertungskategorien für noch mehr Details!

    12:12 on 7/27/08

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  1. Das Telefon-Blog für Verbraucher » GPS-Software arbeitet nicht offline: Sony Ericsson W760i

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